Einmal quer über Ameland – und auf den Spuren von Franziskus
Einmal quer über Ameland – und auf den Spuren von Franziskus
Die letzten beiden Tage hätten unterschiedlicher kaum sein können und genau das macht unser Ferienlager aus.
Gestern stand eines der Highlights jeder Ameland-Freizeit auf dem Programm: die große Fahrradtour über die Insel. Und das Wetter hätte kaum besser sein können. Bei etwa 21 Grad, die sich in der Sonne deutlich wärmer anfühlten, wurde schon morgens diskutiert: Pullover oder T-Shirt? Die vorsichtige Fraktion setzte lieber auf lange Sachen, während die Optimisten direkt in T-Shirt und kurzer Hose losradelten. Am Ende mussten wir wohl anerkennen: Die Optimisten hatten den besseren Riecher.
Die erste Station führte alle Gruppen nach Nes. Dort wurde der Jumbo gestürmt und die Süßigkeitenvorräte für die kommenden Tage ordentlich aufgefüllt. Anschließend ging es weiter zum Leuchtturm in Hollum. Das rot-weiße Wahrzeichen gehört einfach zu jeder Ameland-Freizeit dazu und ist jedes Jahr ein beliebter Treffpunkt für die Gruppen, natürlich inklusive der obligatorischen Gruppenfotos.
Von dort führte die Tour quer über die Insel bis nach Het Oerd. In der Hütte wird seit vielen Jahren eine schöne Tradition gepflegt: Jede Freizeit hinterlässt ihre Unterschriften direkt auf den Holzbalken. Mittlerweile sind dort unzählige Namen verewigt und die Wände erzählen ihre ganz eigene Ameland-Geschichte. Auch die Lagerleitung entdeckte dabei noch ihre eigenen Unterschriften aus den Jahren 2008 und 2010. Da merkt man plötzlich, wie viele Sommer man schon auf dieser schönen Insel verbringen durfte – oder, wie wir feststellten: Mist, sind wir alt!
Nach vielen Kilometern ging es schließlich zurück zu unserem Hof. Die Strecke hatte es durchaus in sich und am Abend merkte man vielen Kindern die Anstrengung an. Deshalb fiel die Abendrunde bewusst etwas kürzer aus, damit alle heute wieder mit neuer Energie in den Tag starten konnten.
Auch heute zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite. Dank fleißigem Eincremen blieben Sonnenbrände bisher aus und die Sonne konnte unbeschwert genossen werden.
Am Vormittag stand unser religiöses Gruppenspiel auf dem Programm. In ihren gemischten Riegen reisten die Kinder gedanklich zurück in das mittelalterliche Assisi und schlüpften in die Rolle junger Händler. Als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns spielte Geld im frühen Leben des heiligen Franziskus zunächst eine große Rolle, genau dort setzte unser Spiel an.
Auf einem kleinen Marktplatz konnten die Gruppen durch verschiedene Aufgaben Geld verdienen und vermehren. Doch unterwegs begegneten sie auch einem Bettler, der sie immer wieder vor die Frage stellte, ob sie ihren Reichtum teilen oder lieber für sich behalten wollten. Zusätzlich sorgte ein Räuber dafür, dass niemand sein Vermögen allzu sicher wähnen konnte. So entstanden spannende Entscheidungen: Manche Gruppen sammelten am Ende besonders viel Geld, andere entschieden sich bewusst dafür, einen großen Teil davon zu verschenken.
Vor allem aber hatten alle jede Menge Spaß und gingen mit viel Begeisterung in ihren Rollen auf. In der heutigen Abendrunde wird das Spiel gemeinsam ausgewertet und der Blick darauf gerichtet, wie sich Franziskus vom wohlhabenden Kaufmannssohn zu einem Menschen wandelte, der Reichtum ganz neu bewertete.
Am Nachmittag zog es viele Gruppen an den Strand. Trotz einer frischen Brise wurde das Wasser natürlich getestet und ausgiebig gespielt. Andere Gruppen nutzten das schöne Wetter für einen Besuch auf dem Abenteuerspielplatz.
Auch für die nötige Stärkung war gesorgt: Beim Mittagessen mit Nudeln und Tomatensoße wurde ordentlich zugelangt.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Tage und melden uns bald wieder mit neuen Eindrücken von unserer Insel.
P.S.: Man könnte sagen: Die Formatierung sorgt hier regelmäßig für mehr Spannung als der Räuber im Franziskus-Spiel.



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